Palais wird zum Labor (DNN)

Morphonic Lab 3 im Großen Garten

„Die Lage, die Sicht-Achsen, das barocke Ambiente, der teilsanierte, unfertige Zustand!“ Arend Zwicker und Detlef Schweiger geraten ins Schwärmen, wenn man nach dem Grund für die Ortswahl des nun mittlerweile dritten „Morphonic Lab“ fragt – ein Event, das die beiden 2001 als Jahresprojekt des Künstlerbundes Dresden ins Leben riefen und das nach seiner Premiere im Palais des Großen Garten und seinem zweiten Mal (2003) in der Bienertmühle nun wieder in den barocken Festsaal im grünen Herzen der Stadt zurückkehren wird. Das vom Künstlerbund Dresden, dem Förderverein -„Schlösser und Gärten in Dresden“ e.V. in Kooperation mit der Trans-Media-Akademie Hellerau für den 23. Oktober avisierte Kunstereignis ist in seiner zeitgenössischen Ausrichtung ein mutiger Brückenschlag zwischen Dresdner Atelier-Tradition und moderner Labor-Situation.
Denn an jenem Sonnabend soll der Festsaal - obgleich in einem gastronomischen Rahmen – zum Labor für genreübergreifende Beitrage von Künstlern aus den Bereichen Klang, Licht, Projektion, Video und neue Medien werden. Neben den drei Dresdner Künstlergruppen SARDH, chen unst‚ und ,DS-X.org (letztere zeichnet unter anderem für die Microscope Sessions in Hellerau verantwortlich) werden Stupor aus München erwartet und gemeinsam zwischen Klangerzeugung, Licht- und Projektionsperformance bis tief in die Nacht hinein laborieren, wobei das Ergebnis noch völlig offen ist – ein nicht zu unterschätzender Reiz für interessierte Besucher. Außerdem werden Videoinstallationen von Künstlern aus Dresden, dem Erzgebirge sowie aus Polen, Korea und Uruguay, zu erleben sein, wobei der Saal des Palais mit seiner fragmentarisch-teilsanierten barocken Oberfläche allerelei interessante Flächen und Nischen für die diversen Projektionen zu bieten hat.
Das vom Kulturamt der Stadt finanziell unterstützte Vorhaben ist neben der im November ebenfalls zum wiederholten Male stattfindenden CYNETart ein weiteres Projekt, das beachtliche, gebündelte Ambitionen zeigt, Dresden auch in Sachen zeitgenössische , genreübergreifende Kunst nach vorn zu bringen.

Am 23. POktober wird das Palais bereits ab 11 Uhr geöffnet sein. DS-X.org gestalten das Ambiente mit ihren „Audio Visual Genetic“ bis zum Beginn des Abendprogramms ab 20 Uhr. Karten gibt es an der Abendkasse.

Norbert Seidel

DNN 12.10.2004

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