MORPHONIC LAB XXI : GITAMORPH

Dresden, 24.09.2022: Kulturzentrum Straße E Reithalle, Werner-Hartmann-Straße 2, 01099 Dresden, Beginn 20 Uhr

In seiner 21. Ausgabe befasst sich das genreübergreifende Festival mit dem bekannt erscheinenden Thema „Gitarre/E-Gitarre“. Entsprechend dem intermedialen Charakter des Labors wird das Thema aber aufgegriffen in ungewöhnlichen Perspektiven ausgewählter künstlerischer Positionen und experimenteller Versuchsanordnungen. Installationen, Video-Arbeiten, Live-Mapping-Projektionen, Objekte mit ananalogen und digitalen Elementen und eine Folge von Live-Performances und Konzerten von Gitaristen , welche eine Bandbreite aussergewöhnlicher Spielarten und technischer Innovationen bis zur Roboter-Gitarre vorstellen, bilden das abwechslungsreiche wie überraschende Programm.
Das vor über zwanzig Jahren gegründete ML strebt im Erhalt seines einzigartigen Profils eine Verjüngung an sowohl in seiner Organisation wie in der Präsentation moderner zeitgenössischer Kunstformen, weshalb das diesjährige Programm vornehmlich von z. T. noch unbekannten jungen innovativen experimentierfreudigen Künstlern bestritten wird.
Den Auftakt des Reigens der Live-Performances übernimmt der E-Gitarist und Installations-Künstler Martin Hiller (Greifswald) mit seiner Versuchsanordnung "Pompons", in der sechs E-Gitarren gleichzeitig über von ihm gesteuerte bewegliche Module angespielt werden und allmählich ein dichter ambienter Klangteppich erzeugt wird, der insbesondere auch optisch amüsant besticht durch die dynamische Kinetik der künstlichen Spiel-Elemente.
Lésions Graves (Bremen, Göttingen, Dresden) unter Leitung von Paul Barsch entfachen einen furiosen Gitarren-Orkan, der an ihre neue LP „SYMPOSIUM“ auf dem renommierten Label GOD angelehnt ist. Die kaum mehr zu steigernde Intensität und Dichte ausufernder elekrifizierter Kaskaden erfährt gleichsam eine Disziplinierung durch das stringent minimalistische wie meisterliche Spiel ihrer Hochgeschwindigkeits-Gitarrenfinger.#
The Splendid Ghetto Pipers (Greifswald, Leipzig) entwickeln ihre dunklen warmen dualen Gitarren-Flächensounds aus der Stille heraus. Im Verlauf der intuitiv geprägten Performance reichern sie den Spannungsbogen mit additiven Sound- Komponenten allmählich an, wobei der Zuhörer unweigerlich in einen suggestiven Sog gezogen wird, dessen Noise-Kulmination bis zum Ende offen bleibt.
Gajek (Berlin) ist ein Ausnahme-Gitarist nicht nur hinsichtlich seiner neuen innovativen Technologie. Er nutzt die Gitarrensaiten in Umkehrung des klassischen Klangerzeugers für die digitale Generierung von Sounds, was sowohl das Gitarrenspiel revolutioniert, wie auch ungeahnte instrumentale und stilistische Strukturen ermöglicht werden. Dabei reicht seine Spannweite von songartigen Passagen über kraut-rockige Repetetive bis zu bizarren Eskapaden.
Balog & The Borderline SynDrones markieren adäquat zum Labor-Charakter des ML das Bühnen-Finale. Alle zuvor live aktiven Gitaristen formieren sich zu einer kollektiven Session unter Leitung des Sängers und Electronikers Balog. Vor dem elektro-gitaristsichen Soundwall wird Balog mit seiner einzigartigen kraftvollen Bass-Stimme die Fusion zum Höhepunkt des Abends führen, freilich mit laborativ offenem Ausgang …
Unter Leitung von Alexander Holzenleiter errichtet eine Gruppe von Studenten der HfBK Dresden eine Installation im Vorraumm des Konzertsaals, welche die akustischen Impulse der Live-Performances reflektiert und interaktiv moduliert.
Marcus Eck wird u. a. seine „flying guitar“ präsentieren und weitere Gitarren-Objekte aus seiner prämierten Diplomausstellung (HfBK).
Im Aussenraum werden die Besucher empfangen im Klangtor von Arend Zwicker und Dennis Jähnig mit einer gitaristischen Soundcollage. Ausserdem kommen hier zwei kinetische Gitarreninstallationen von Martin Hiller zur Ansicht und zum Klingen.
Alwin Weber wird auf die Fassade der Reithalle themabezogene Live-Mappings projizieren und die begleitenden Video-Projektionen der Live-Performances werden von 48acht betreut und gesteuert.

Tanzbar gitaristische Momente wird DJ Wormsine (SARDH) in der Aftershow präsentieren.
Die technische Vorbereitung und Leitung des ML XXI obliegt Robert Grund mit seinem Techniker-Team von der unterstützenden Veranstaltungsfirma R-S-Promotion UG, welche mehrere Veranstaltungen jährlich in der Reithalle durchführt und daher bestens mit den Bedingungen und Möglichkeiten des Kulturzentrums vertraut ist.
Der künstlerische Leiter Detlef Schweiger führt zu Beginn in das Programm ein und moderiert im Verlauf die Beiträge mit erläuternden Ansagen.
Das Festival wird in einjähriger Arbeit und Vorbereitungszeit von Detlef Schweiger in enger Zusammenarbeit mit dem ehrenamtlich tätigen ML_org_Team (ca. zehn ehrfahrene Künstler, Veranstaltungsexperten und Techniker) thematisch konzipiert, organisiert mit Auswahl der Künstler, intensiver Kontakte und Absprachen zu deren Beiträgen, sowie die umfassende technische, betreuerische und Ablaufprogrammatik, Organisation der Werbung und Kontakte zu den zahlreichen Unterstützern bearbeitet (siehe gesonderte Aufstellung).
Traditionell wird in Kooperation mit dem freien Sender ColoRadio Dresden im Vorfeld der Veranstaltung eine einstündige Radiosendung mit dem Titel Morphonic Lab-Radio unter der Leitung und Moderation von Hendrik Herrmann ehrenamtlich produziert. In der Sendung beteiligen sich der Leiter Detlef Schweiger und zwei weitere Mitorganisatoren, welche das Programm ausführlich vortragen mit Klangbeispielen der beteiligten Live-Performer. Die Sendung wir auf ColoRadio mehrfach ausgestrahlt, im Podcast verfügbar gemacht, sowie ins deutschlandweite Netzwerk freier Sender eingegeben, wo weitere zahlreich Ausstrahlungen erfolgen.
Zur Werbung wird die Veranstaltung auf der eigenen Website https://morphoniclab.de ausführlich dargestellt, eine Pressemitteilung herausgegeben, Plakate und Flyer gedruckt, plakatiert bzw. verteilt im Stadtraum, in den verschieden Netzwerken und überregionalen Veranstaltungsportalen beworben und Anzeigen in den Stadtmagazinen SAX und DRESDNER geschaltet. Die zahlreichen Unterstützer-Organisatione tragen ihrerseits zur Verbreitung der Werbung bei.

Detlef Schweiger
Künstlerischer und organisatorischer Leiter
Dresden 22.02.2022